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Rhodium

Rhodium – Eigenschaften, Rhodinierung und Verwendung bei Schmuck

Erstmals veröffentlicht am 05.06.2019 – umfassend überarbeitet und fachlich aktualisiert am 10.09.2026· Verwendete Illustrationen: KI-generiert

Rhodium begegnet vielen Schmuckträgern, ohne dass sie das Metall bewusst wahrnehmen. Besonders bei Weißgold und Silber wird Rhodium als hauchdünne galvanische Beschichtung eingesetzt. Sie erzeugt eine sehr helle, weiße und glänzende Oberfläche und kann das darunterliegende Metall vor Oxidation beziehungsweise Anlaufen schützen.

Rhodium ist aber nicht einfach eine Beschichtung oder ein chemisches Hilfsmittel, sondern ein eigenständiges Edelmetall aus der Platingruppe. In massiver Form spielt es bei Schmuck allerdings kaum eine Rolle. Seine besondere Bedeutung liegt in der Rhodinierung.

Was ist Rhodium?

Rhodium ist ein chemisches Element mit dem Symbol Rh und der Ordnungszahl 45. Es gehört gemeinsam mit Platin, Palladium, Iridium, Ruthenium und Osmium zu den sogenannten Platinmetallen.

Das Metall besitzt eine silbrig-helle Farbe, ist sehr korrosionsbeständig und zeichnet sich durch eine hohe Härte und einen sehr hohen Schmelzpunkt aus. Seine Dichte liegt bei rund 12,4 g/cm³, sein Schmelzpunkt bei etwa 1.963 °C.

Aufgrund seiner Eigenschaften wird Rhodium in verschiedenen technischen Bereichen eingesetzt. Für die Goldschmiede ist aber vor allem eine Anwendung wichtig: die galvanische Beschichtung von Schmuckoberflächen.

Was bedeutet Rhodinieren?

Beim Rhodinieren wird auf ein bereits fertig bearbeitetes Schmuckstück eine sehr dünne Schicht Rhodium aufgebracht. Dies geschieht galvanisch, also mit Hilfe eines Elektrolyten und elektrischem Strom.

Die dabei abgeschiedene Rhodiumschicht ist extrem dünn. Bei dekorativen Schmuckanwendungen bewegen sich typische Schichtstärken je nach Verfahren und Anforderung im Bereich von wenigen Zehntel Mikrometern.

Die Rhodinierung verändert deshalb nicht die grundlegende Konstruktion des Schmuckstücks. Sie ist eine Oberflächenveredelung.

Warum wird Schmuck rhodiniert?

Eine Rhodiumschicht kann mehrere Funktionen erfüllen:

  • Sie erzeugt eine sehr helle und gleichmäßige weiße Oberfläche.
  • Sie besitzt einen starken metallischen Glanz.
  • Sie ist sehr hart und vergleichsweise abriebfest.
  • Sie kann Silber vor dem direkten Kontakt mit Luft und damit vor dem Anlaufen schützen.
  • Bei Weißgold kann sie einen besonders hellen und neutralen Weißton erzeugen.

Wichtig ist allerdings: Eine Rhodiumschicht macht ein Schmuckstück nicht kratzfest. Die Beschichtung selbst ist zwar sehr hart, aber ausgesprochen dünn. Beim täglichen Tragen entstehen weiterhin Gebrauchsspuren und die Rhodiumschicht kann sich an stark beanspruchten Stellen mit der Zeit abtragen.

Rhodium und Weißgold

Besonders bekannt ist die Rhodinierung von Weißgold.

Weißgold ist keine natürlich weiße Form von Gold, sondern eine Goldlegierung. Das von Natur aus gelbe Feingold wird durch entsprechende Legierungsmetalle aufgehellt.

Je nach verwendeter Legierung besitzt Weißgold trotzdem einen leicht warmen, grauen oder gelblichen Grundton. Eine Rhodiumschicht kann daraus eine deutlich hellere und gleichmäßigere weiße Oberfläche machen.

Deshalb ist wichtig zu unterscheiden: Weißgold und Rhodium sind zwei verschiedene Materialien. Ein rhodinierter Weißgoldring besteht weiterhin aus Weißgold. Rhodium befindet sich lediglich als sehr dünne Schicht auf seiner Oberfläche.

Muss Weißgold immer rhodiniert werden?

Nein. Ob Weißgold rhodiniert wird, hängt von der konkreten Weißgoldlegierung und von der gewünschten Optik ab.

Eine Rhodinierung ist besonders sinnvoll, wenn eine sehr helle, brillantweiße Oberfläche gewünscht wird. Es gibt jedoch auch Schmuckstücke, bei denen bewusst die Eigenfarbe des Weißgolds sichtbar bleiben soll.

Aus Goldschmiedesicht sollte deshalb nicht automatisch angenommen werden, dass jedes hochwertige Weißgoldschmuckstück rhodiniert sein muss.

Rhodium auf Silber

Auch Silber wird häufig rhodiniert.

Silber kann durch Reaktionen mit schwefelhaltigen Stoffen aus der Umgebung anlaufen und dabei dunkle Verfärbungen bilden. Das ist eine normale Materialeigenschaft und kein Qualitätsmangel.

Eine Rhodiumschicht trennt die Silberoberfläche von der Umgebung und kann das Anlaufen dadurch deutlich reduzieren. Gleichzeitig bekommt das Schmuckstück eine sehr helle, gleichmäßige Oberfläche.

Ein Beispiel aus unserer Goldschmiede: Mokume Gane Anhänger Kora

Ein konkretes Beispiel aus unserer Werkstatt ist der Mokume Gane Anhänger Kora.

Mokume Gane Anhänger Kora mit rhodinierter Silberbasis

Das sichtbare Mokume-Gane-Element des Anhängers besteht aus 750 Gelbgold, 500 Palladium und 925 Silber. Die tragende Basis des Schmuckstücks wird aus 925 Silber gefertigt und mit einer Rhodiumschicht gegen das Anlaufen geschützt.

Hier zeigt sich gut, welchen Zweck Rhodium in der Goldschmiedepraxis erfüllt: Es ist nicht das eigentlich gestaltgebende Material, sondern eine gezielt eingesetzte Oberflächenveredelung.

Wie lange hält eine Rhodinierung?

Dafür gibt es keine feste Zeitangabe.

Wie schnell sich eine Rhodiumschicht abträgt, hängt unter anderem davon ab, welches Schmuckstück getragen wird, wie stark seine Oberfläche mechanisch belastet wird und wie dick beziehungsweise widerstandsfähig die aufgebrachte Schicht ist.

Ein Ring ist im Alltag wesentlich stärker Reibung und Kontakt mit Gegenständen ausgesetzt als beispielsweise ein Anhänger oder ein Paar Ohrringe. Deshalb kann sich eine Rhodinierung an Ringen deutlich schneller verändern.

Wenn sich eine Rhodiumschicht abträgt, wird nach und nach wieder die Farbe des darunterliegenden Metalls sichtbar.

Kann man Schmuck erneut rhodinieren?

In vielen Fällen ja.

Vor einer erneuten Rhodinierung muss die Oberfläche fachgerecht vorbereitet werden. Kratzer und Gebrauchsspuren verschwinden nicht dadurch, dass einfach eine neue Rhodiumschicht aufgetragen wird.

Je nach Zustand wird das Schmuckstück deshalb zunächst gereinigt, aufgearbeitet und gegebenenfalls poliert. Anschließend kann eine neue Rhodiumschicht galvanisch abgeschieden werden.

Bei Ringen mit Diamanten oder komplexen Konstruktionen sollte zuvor geprüft werden, welche Aufarbeitung technisch sinnvoll ist.

Ist Rhodium härter als Gold oder Silber?

Rhodium ist in seiner abgeschiedenen Form sehr hart. Galvanische Rhodiumschichten können Härtewerte erreichen, die deutlich über denen klassischer Gold- oder Silberlegierungen liegen.

Trotzdem darf daraus nicht geschlossen werden, dass rhodinierter Schmuck praktisch unzerkratzbar ist. Die entscheidende Besonderheit ist erneut die geringe Schichtstärke.

Bei einem starken Kratzer kann nicht nur die Rhodiumschicht, sondern auch das wesentlich dickere Grundmaterial darunter verformt werden.

Wird Schmuck aus massivem Rhodium hergestellt?

Im normalen Goldschmiedealltag praktisch nicht.

Rhodium besitzt zwar interessante Eigenschaften, ist aber als massiver Schmuckwerkstoff technisch schwierig und wirtschaftlich wenig sinnvoll. Sein hoher Schmelzpunkt, seine mechanischen Eigenschaften, seine Seltenheit und sein Preis sprechen gegen die Verwendung als klassisches massives Schmuckmetall.

Bei Schmuck begegnet uns Rhodium daher fast immer als Beschichtung.

Wo wird Rhodium außerhalb der Schmuckherstellung verwendet?

Die mengenmäßig wichtigste Anwendung von Rhodium liegt nicht in der Schmuckindustrie, sondern in der Fahrzeugtechnik. Dort wird das Metall in Abgaskatalysatoren eingesetzt, insbesondere zur Verringerung von Stickoxiden.

Darüber hinaus wird Rhodium wegen seiner chemischen Beständigkeit und katalytischen Eigenschaften in verschiedenen industriellen Prozessen sowie in speziellen technischen Anwendungen eingesetzt.

Für einen Schmuckratgeber ist diese industrielle Bedeutung interessant, sie sollte aber nicht von der für Kunden entscheidenden Anwendung ablenken: der Rhodinierung.

Rhodium auf einen Blick

Chemisches Symbol Rh
Ordnungszahl 45
Metallgruppe Platingruppe
Farbe silbrig-weiß, sehr hell
Dichte ca. 12,4 g/cm³
Schmelzpunkt ca. 1.963 °C
Typische Verwendung bei Schmuck galvanische Oberflächenbeschichtung
Häufige Grundmaterialien Weißgold und Silber
Wirkung sehr helle Oberfläche, hoher Glanz, Schutz der Grundoberfläche
Dauerhaft? Nein. Die dünne Schicht kann sich durch mechanische Beanspruchung abtragen.

Häufige Fragen zu Rhodium und rhodiniertem Schmuck

Ist Rhodium ein Edelmetall?

Ja. Rhodium gehört zu den Edelmetallen der Platingruppe und ist mit Platin und Palladium verwandt.

Was bedeutet rhodiniert bei Schmuck?

Rhodiniert bedeutet, dass ein Schmuckstück galvanisch mit einer dünnen Rhodiumschicht überzogen wurde. Das Grundmaterial bleibt beispielsweise Weißgold oder Silber.

Warum wird Weißgold rhodiniert?

Eine Rhodiumschicht erzeugt eine besonders helle und gleichmäßige weiße Oberfläche. Die Eigenfarbe einer Weißgoldlegierung kann dagegen je nach Zusammensetzung etwas wärmer oder grauer wirken.

Warum wird Silber rhodiniert?

Eine Rhodiumschicht kann Silber gegen den direkten Kontakt mit Stoffen aus der Umgebung abschirmen und dadurch das typische Anlaufen deutlich reduzieren.

Nutzt sich Rhodium ab?

Ja. Rhodium ist zwar sehr hart, die auf Schmuck verwendete Schicht ist jedoch sehr dünn. Besonders bei Ringen kann sie sich durch Reibung und tägliches Tragen mit der Zeit abnutzen.

Kann eine Rhodinierung erneuert werden?

In vielen Fällen ja. Vorher sollte das Schmuckstück fachgerecht gereinigt und je nach Zustand aufgearbeitet werden.

Ist rhodinierter Schmuck kratzfest?

Nein. Die Rhodiumschicht ist hart und abriebfest, verhindert aber keine normalen Gebrauchsspuren oder tieferen Kratzer im darunterliegenden Schmuckmetall.

Unser Fazit aus der Goldschmiede

Rhodium ist für Schmuck weniger als massives Edelmetall interessant, sondern vor allem als hochwertige Oberflächenveredelung. Eine Rhodinierung kann Weißgold besonders hell erscheinen lassen und Silber wirkungsvoll vor dem Anlaufen schützen.

Gleichzeitig sollte man wissen, was eine Rhodiumschicht nicht leisten kann: Sie macht Schmuck weder unverwüstlich noch dauerhaft kratzfrei. Gerade bei häufig getragenen Ringen ist die Beschichtung eine Oberfläche, die sich mit der Zeit verändern und bei Bedarf erneuert werden kann.

Weitere Informationen über Schmuckmetalle, Legierungen und ihre Eigenschaften finden Sie in unserem Ratgeberbereich Edelmetalle.

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