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Weißgold

Weißgold – Eigenschaften, Legierungen und Verwendung im Schmuck

Erstmals veröffentlicht am 13.06.2024 – umfassend überarbeitet und fachlich aktualisiert am 05.09.2026· Verwendete Illustrationen: KI-generiert

Weißgold gehört heute zu den wichtigsten Goldlegierungen in der Schmuckherstellung. Besonders bei Trauringen, Verlobungsringen und Schmuck mit Diamanten wird der helle, zurückhaltende Farbton gerne verwendet.

Dabei ist Weißgold kein von Natur aus weiß vorkommendes Gold. Reines Gold ist gelb. Der helle Farbton entsteht erst durch die Legierung des Goldes mit anderen Metallen, die seine ursprüngliche gelbe Farbe abschwächen.

Je nach Zusammensetzung kann Weißgold eher silbrig, grau, leicht warm oder nahezu reinweiß erscheinen. Zusätzlich werden viele Schmuckstücke aus Weißgold rhodiniert. Dadurch erhält die Oberfläche einen sehr hellen, kühlen Farbton.

Was ist Weißgold?

Weißgold ist eine Goldlegierung. Das bedeutet, dass Feingold mit weiteren Metallen kombiniert wird, um Farbe und technische Eigenschaften des Werkstoffs gezielt zu verändern.

Welche Metalle zugesetzt werden, hängt von der jeweiligen Legierungsrezeptur ab. Zur Aufhellung des Goldes können beispielsweise Palladium oder Nickel eingesetzt werden. Auch Silber, Kupfer und weitere Legierungsbestandteile können je nach Rezeptur enthalten sein.

Es gibt deshalb nicht „das eine Weißgold“. Zwei Weißgoldlegierungen mit gleichem Goldfeingehalt können sich in Farbe, Härte, Verarbeitbarkeit und Preis durchaus unterscheiden.

Warum ist Weißgold nicht wirklich weiß?

Der Ausgangspunkt jeder Weißgoldlegierung ist Gold – und Gold besitzt von Natur aus einen intensiven gelben Farbton.

Die zugesetzten Metalle hellen diesen Farbton auf. Vollständig neutral weiß wird eine Goldlegierung dadurch jedoch nicht zwangsläufig. Viele Weißgoldlegierungen besitzen unbehandelt einen leicht grauen, gelblich-grauen oder warmen Unterton.

Das ist kein Qualitätsmangel, sondern eine Folge der Legierungszusammensetzung.

Wer ein sehr helles, fast spiegelnd weißes Schmuckstück sieht, betrachtet deshalb häufig nicht die eigentliche Farbe der Weißgoldlegierung, sondern eine zusätzliche Rhodiumschicht.

585 und 750 Weißgold – was bedeuten die Zahlen?

Wie bei anderen Goldlegierungen bezeichnet die Zahl den Anteil an Feingold.

  • 585 Weißgold: 585 von 1.000 Gewichtsanteilen beziehungsweise 58,5 Prozent bestehen aus Feingold.
  • 750 Weißgold: 750 von 1.000 Gewichtsanteilen beziehungsweise 75 Prozent bestehen aus Feingold.

Der restliche Anteil besteht aus den Metallen, die gemeinsam mit dem Gold die gewünschte Legierung bilden.

Ein höherer Goldanteil bedeutet dabei nicht automatisch, dass ein Schmuckstück technisch für jeden Einsatzzweck besser geeignet ist. Die Eigenschaften hängen immer von der gesamten Legierungszusammensetzung und ihrer Verarbeitung ab.

Mehr zu den unterschiedlichen Feingehalten finden Sie in unserem Ratgeber Was bedeuten 585, 750 und 950?

Palladium-Weißgold und Nickel-Weißgold

Eine wichtige Unterscheidung bei Weißgold betrifft die Metalle, mit denen die gelbe Farbe des Goldes aufgehellt wird.

Palladium ist ein Edelmetall aus der Platingruppe und eignet sich sehr gut zur Herstellung hochwertiger Weißgoldlegierungen. Palladiumhaltiges Weißgold besitzt typischerweise einen eher grau-weißen Grundton.

Eine andere Möglichkeit ist Nickel. Nickel kann Gold sehr wirkungsvoll aufhellen und erhöht zugleich die Härte der Legierung. Nickel kann allerdings bei entsprechend sensibilisierten Menschen allergische Hautreaktionen hervorrufen.

Nickel ist in Schmuck innerhalb der Europäischen Union nicht grundsätzlich verboten. Für Schmuckstücke, die dauerhaft oder länger mit der Haut in Kontakt kommen – beispielsweise Ringe – gelten jedoch gesetzlich festgelegte Grenzwerte für die Nickelabgabe.

Wer bereits weiß, dass eine Nickelallergie besteht, sollte deshalb beim Kauf eines Weißgoldschmuckstücks nach der konkreten Legierung fragen.

Was bedeutet Rhodinieren bei Weißgold?

Viele Schmuckstücke aus Weißgold werden nach der Fertigstellung rhodiniert. Dabei wird eine sehr dünne Schicht Rhodium auf die Oberfläche aufgebracht.

Rhodium gehört zur Gruppe der Platinmetalle und besitzt eine sehr helle, silbrig-weiße Farbe. Durch die Rhodinierung erhält Weißgold deshalb den besonders kühlen und hellen Farbton, den viele Menschen mit Weißgold verbinden.

Wichtig ist jedoch: Die Rhodinierung ist eine Oberflächenbeschichtung. Sie ist nicht die eigentliche Weißgoldlegierung.

Nutzt sich eine Rhodinierung ab?

Ja. Eine Rhodiumschicht kann sich beim Tragen mit der Zeit abnutzen.

Wie schnell das geschieht, hängt stark vom Schmuckstück und vom Trageverhalten ab. Bei einem Ring, der täglich getragen wird, ist die mechanische Beanspruchung beispielsweise deutlich höher als bei einem Anhänger.

Wird die Rhodiumschicht an stark beanspruchten Stellen dünner, kommt dort wieder die eigentliche Farbe der darunterliegenden Weißgoldlegierung zum Vorschein.

Das bedeutet nicht, dass das Weißgold schlecht geworden ist. Es handelt sich lediglich um normalen Verschleiß der Oberflächenbeschichtung.

Eine Rhodinierung kann bei einer fachgerechten Aufarbeitung des Schmuckstücks erneuert werden.

Muss Weißgold immer rhodiniert werden?

Nein. Weißgold muss nicht zwingend rhodiniert werden.

Ob eine Rhodinierung sinnvoll oder gewünscht ist, hängt von der verwendeten Legierung und vom gewünschten Erscheinungsbild ab.

Eine gute Weißgoldlegierung besitzt bereits selbst einen hellen Farbton. Ohne Rhodinierung wirkt dieser meist etwas weicher und grauer als eine rhodinierte Oberfläche.

Gerade bei handwerklich gefertigten Schmuckstücken kann dieser natürlichere Weißgoldton durchaus seinen eigenen Reiz haben.

Weißgold oder Platin – was ist der Unterschied?

Weißgold und Platin sehen auf den ersten Blick ähnlich aus, sind metallurgisch jedoch völlig unterschiedliche Werkstoffe.

Weißgold ist eine Goldlegierung. Platin dagegen ist ein eigenständiges Edelmetall.

Auch das Gewicht unterscheidet sich deutlich. Platin besitzt eine sehr hohe Dichte und fühlt sich bei einem ansonsten vergleichbaren Ring entsprechend schwerer an.

Ein weiterer Unterschied liegt in der Farbe. Platin besitzt von Natur aus einen hellen grau-weißen Farbton. Weißgold entsteht dagegen erst durch das Legieren von Gold mit aufhellenden Metallen und wird häufig zusätzlich rhodiniert.

Welches Material besser geeignet ist, hängt von Gestaltung, Gewicht, Tragegefühl, Legierung und persönlichem Geschmack ab.

Ausführliche Informationen zu Platin finden Sie in unserem Ratgeber über Platin als Schmuckmetall.

Weißgold oder Silber?

Auch Silber und Weißgold können optisch ähnlich wirken. Der Aufbau der Werkstoffe unterscheidet sich jedoch grundlegend.

Silber ist ein eigenständiges Edelmetall und wird im Schmuck beispielsweise als 925 Sterlingsilber verarbeitet. Weißgold dagegen besteht zu einem erheblichen Anteil aus Gold.

Ein weiterer praktischer Unterschied: Silber kann durch Reaktionen an seiner Oberfläche sichtbar anlaufen. Hochwertige Weißgoldlegierungen zeigen dieses typische dunkle Silberanlaufen nicht.

Mehr zu diesem Thema finden Sie in unserem Ratgeber über Silber als Schmuckmetall.

Ist Weißgold härter als Gelbgold?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Bei Schmuck vergleichen wir keine reinen Metalle, sondern Legierungen mit unterschiedlichen Zusammensetzungen.

Bestimmte Weißgoldlegierungen können durchaus härter sein als bestimmte Gelbgoldlegierungen. Daraus lässt sich jedoch keine allgemeine Regel ableiten.

Feingehalt, Legierungsbestandteile, Verarbeitung und Materialzustand beeinflussen Härte und Verformbarkeit wesentlich.

Deshalb ist die Aussage „Weißgold ist härter als Gelbgold“ ohne Angabe der konkreten Legierung zu stark vereinfacht.

Warum eignet sich Weißgold besonders gut für Diamanten?

Die helle und farblich zurückhaltende Umgebung von Weißgold harmoniert sehr gut mit farblosen Diamanten.

Besonders bei Fassungen ist das interessant: Das helle Metall lenkt optisch wenig vom Stein ab und kann sich harmonisch mit der hellen Erscheinung eines Diamanten verbinden.

Deshalb ist Weißgold seit vielen Jahrzehnten besonders bei Verlobungsringen, Solitärringen und diamantbesetzten Trauringen beliebt.

Weißgold für Trauringe

Auch für Eheringe und Trauringe ist Weißgold ein bewährter Werkstoff.

Der neutrale Farbton passt zu sehr unterschiedlichen Ringdesigns und lässt sich sowohl mit polierten als auch mit matten oder strukturierten Oberflächen kombinieren.

In unserer Auswahl finden Sie beispielsweise Eheringe aus Weißgold in unterschiedlichen Legierungen und Gestaltungen.

Ein Beispiel sind diese Gerstner Trauringe mit strukturierter Oberfläche und Diamant:

Gerstner Trauringe aus Weißgold mit strukturierter stone pattern Oberfläche und Diamant

Bei diesem Modell kann zwischen unterschiedlichen Weißgold-Feingehalten gewählt werden. Gerade daran zeigt sich gut, dass „Weißgold“ allein noch keine vollständige Materialbeschreibung ist. Auch Feingehalt, Legierung, Konstruktion und Oberfläche gehören zur Auswahl eines Rings.

Weißgold in der Goldschmiedewerkstatt

Aus Sicht einer Goldschmiede ist Weißgold ein vielseitiger, aber keineswegs immer identischer Werkstoff.

Je nach Legierung kann sich Weißgold beim Walzen, Schmieden, Löten, Polieren und bei anderen Arbeitsschritten unterschiedlich verhalten. Deshalb ist es wichtig, die konkrete Legierung zu kennen und die Verarbeitung darauf abzustimmen.

Auch bei Reparaturen oder Änderungen spielt dies eine Rolle. Ein Schmuckstück sollte deshalb nicht allein aufgrund seiner hellen Farbe als „Weißgold“ beurteilt werden.

Weißgold und Mokume Gane

Bei Mokume Gane entsteht die Wirkung eines Schmuckstücks aus dem Zusammenspiel unterschiedlicher Metallfarben und Schichten.

Helle Edelmetalle oder helle Legierungen können dabei einen reizvollen Kontrast zu Gelbgold, Rotgold oder anderen warmen Metallfarben bilden.

Welche Legierungen miteinander kombiniert werden können, ist jedoch eine technische Frage und hängt unter anderem von den Eigenschaften der verwendeten Metalle und vom Herstellungsverfahren ab.

Wie solche mehrfarbigen Metallstrukturen in unserer Werkstatt aussehen, zeigen unsere Mokume Gane Ringe.

Weißgold auf einen Blick

Materialart Goldlegierung
Grundfarbe hellgrau bis silbrig, je nach Legierung
Häufige Feingehalte 585 und 750
Aufhellende Legierungsmetalle z. B. Palladium oder Nickel
Rhodinierung häufig, aber nicht zwingend erforderlich
Typische Verwendung Trauringe, Verlobungsringe, Diamantschmuck, Anhänger und Ohrschmuck
Besonderheit helle Goldlegierung mit je nach Rezeptur unterschiedlichen technischen Eigenschaften

Häufige Fragen zu Weißgold

Ist Weißgold echtes Gold?

Ja. Weißgold ist eine echte Goldlegierung. Bei 585 Weißgold bestehen 58,5 Prozent, bei 750 Weißgold 75 Prozent des Gewichts aus Feingold.

Warum ist Weißgold weiß, obwohl Gold gelb ist?

Dem Gold werden Metalle zugesetzt, die seinen gelben Farbton stark aufhellen. Je nach Legierung entsteht dadurch ein grauer bis silbrig-weißer Farbton. Eine zusätzliche Rhodinierung kann die Oberfläche noch heller erscheinen lassen.

Wird Weißgold mit der Zeit gelb?

Weißgold selbst verwandelt sich nicht zurück in Gelbgold. Bei rhodiniertem Schmuck kann sich jedoch die Rhodiumschicht abnutzen. Dann wird der darunterliegende, meist etwas wärmere Farbton der eigentlichen Weißgoldlegierung sichtbar.

Muss Weißgold immer rhodiniert werden?

Nein. Eine Rhodinierung ist eine zusätzliche Oberflächenbehandlung und keine Voraussetzung dafür, dass eine Legierung Weißgold ist.

Kann Weißgold Nickel enthalten?

Ja, es gibt nickelhaltige Weißgoldlegierungen. Daneben gibt es Weißgoldlegierungen, bei denen beispielsweise Palladium zur Aufhellung verwendet wird. Bei bekannten Nickelallergien sollte die konkrete Legierungszusammensetzung vor dem Kauf geklärt werden.

Läuft Weißgold an?

Weißgold zeigt nicht das typische dunkle Anlaufen von Silber. Veränderungen im Erscheinungsbild entstehen bei getragenen Schmuckstücken vor allem durch Gebrauchsspuren und gegebenenfalls durch das Abtragen einer Rhodiumschicht.

Ist Weißgold für Eheringe geeignet?

Ja. Geeignete Weißgoldlegierungen werden seit vielen Jahrzehnten für Trauringe verwendet. Welche Legierung am besten passt, hängt von Gestaltung, gewünschtem Feingehalt, Oberfläche und persönlichen Anforderungen ab.

Unser Fazit aus der Goldschmiede

Weißgold ist weit mehr als einfach „weißes Gold“. Hinter der hellen Farbe stehen unterschiedliche Legierungsrezepte, Feingehalte und Oberflächenbehandlungen.

Gerade deshalb lohnt es sich, beim Kauf nicht nur auf die Bezeichnung Weißgold zu achten. Ob 585 oder 750, palladium- oder nickelhaltige Legierung, rhodiniert oder naturfarben: Diese Unterschiede beeinflussen Optik, Verarbeitung und das spätere Verhalten eines Schmuckstücks.

Für Trauringe, Verlobungsringe und Diamantschmuck bleibt Weißgold dennoch ein besonders vielseitiger Werkstoff. Seine ruhige helle Farbe lässt sich mit klassischen ebenso wie mit modernen Schmuckformen verbinden.

Weitere Grundlagen finden Sie in unserem Ratgeber über Edelmetalle und Goldlegierungen.

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