Was bedeuten 585, 750 und 950 bei Schmuck?
Erstmals veröffentlicht am 01.12.2025 · umfassend überarbeitet und fachlich aktualisiert am 17.09.2026· Verwendete Illustrationen: KI-generiert
Zahlen wie 333, 585, 750, 925 oder 950 findet man auf vielen Schmuckstücken. Sie geben den sogenannten Feingehalt an – also den Anteil des namensgebenden Edelmetalls an einer Legierung.
Ein Stempel mit der Zahl 750 bedeutet beispielsweise nicht, dass ein Ring zu 75 Prozent aus „Metall“ besteht, sondern ganz konkret: Von 1.000 Gewichtsanteilen der Legierung entfallen 750 auf das angegebene Edelmetall. Bei 750 Gold sind das entsprechend 75 Prozent Feingold.
Für die Goldschmiedewerkstatt ist der Feingehalt allerdings nur ein Teil der Materialbeschreibung. Die übrigen Legierungsbestandteile bestimmen wesentlich mit, welche Farbe, Härte und Verarbeitungseigenschaften ein Schmuckmetall besitzt.
Was ist der Feingehalt?
Der Feingehalt beschreibt den Massenanteil eines Edelmetalls in einer Legierung. Bei Schmuck wird er üblicherweise in Tausendteilen angegeben.
| Bezeichnung | Anteil des Edelmetalls | Typische Verwendung |
| 333 Gold | 33,3 % Gold | Goldschmuck |
| 585 Gold | 58,5 % Gold | Schmuck und Trauringe |
| 750 Gold | 75,0 % Gold | hochwertiger Schmuck und Trauringe |
| 925 Silber | 92,5 % Silber | Sterlingsilber-Schmuck |
| 950 Platin | 95,0 % Platin | hochwertiger Schmuck und Trauringe |
Die Zahl sagt also zunächst nur aus, wie viel vom jeweiligen Edelmetall enthalten ist. Sie beschreibt nicht vollständig, aus welchen Metallen der restliche Anteil der Legierung besteht.
Was bedeutet 585 Gold?
Bei 585 Gold bestehen 585 von 1.000 Gewichtsanteilen aus Feingold. Das entspricht einem Goldanteil von 58,5 Prozent. Die verbleibenden 41,5 Prozent bestehen aus weiteren Legierungsmetallen.
Welche Metalle dafür verwendet werden, beeinflusst unter anderem die Farbe. Deshalb kann es beispielsweise 585 Gelbgold, 585 Weißgold oder 585 Rotgold geben. Der Goldanteil ist jeweils gleich, die Zusammensetzung der übrigen 415 Tausendteile unterscheidet sich jedoch.
Mehr über die Zusammensetzung und Farbwirkung erfahren Sie in unserem Ratgeber über Gelbgold und im Beitrag über Weißgold.
Was bedeutet 750 Gold?
750 Gold enthält 75 Prozent Feingold. Die übrigen 25 Prozent bestehen aus Legierungsmetallen, mit denen Farbe und technische Eigenschaften beeinflusst werden.
750 Gold besitzt damit einen deutlich höheren Goldanteil als 585 Gold. Trotzdem lässt sich aus der Zahl allein nicht ableiten, wie hart oder widerstandsfähig ein konkretes Schmuckstück ist. Dafür muss die gesamte Legierung betrachtet werden.
Feingold selbst ist ausgesprochen gut verformbar. Für Schmuck wird Gold deshalb gezielt mit anderen Metallen kombiniert. Ausführlicher erklären wir diesen Zusammenhang in unserem Ratgeber über Gold und Feingold.
Was bedeutet 925 bei Silber?
Die Bezeichnung 925 steht bei Silber für einen Silberanteil von 92,5 Prozent. Eine der bekanntesten entsprechenden Legierungen ist Sterlingsilber.
Die restlichen 7,5 Prozent bestehen aus weiteren Legierungsbestandteilen. Dadurch erhält das Material Eigenschaften, die für die Schmuckherstellung günstiger sein können als die von Feinsilber.
Silber besitzt außerdem eine Besonderheit, die mit dem Feingehalt nicht verwechselt werden sollte: Es kann an der Oberfläche anlaufen. Warum das geschieht und wie Silber gepflegt wird, erklären wir ausführlich im Ratgeber über Silber als Schmuckmetall.
Was bedeutet 950 bei Platin?
Bei 950 Platin bestehen 95 Prozent der Legierung aus Platin. Der hohe Feingehalt ist für Platinschmuck charakteristisch.
Platin besitzt eine natürlich helle Farbe, eine hohe Dichte und eine sehr gute chemische Beständigkeit. Gerade bei Ringen macht sich die hohe Dichte auch im Gewicht bemerkbar.
Mehr zu Eigenschaften, Verarbeitung und Verwendung finden Sie in unserem Ratgeber über Platin.
Warum verwendet man für Schmuck überhaupt Legierungen?
Ein Schmuckmetall wird nicht nur deshalb legiert, um seinen Edelmetallgehalt zu reduzieren. Durch die Zusammensetzung einer Legierung lassen sich wichtige Eigenschaften gezielt beeinflussen.
- Farbe: Aus Gold entstehen beispielsweise Gelbgold, Weißgold oder Rotgold.
- Härte und Verformbarkeit: Legierungsbestandteile verändern das mechanische Verhalten des Werkstoffs.
- Verarbeitung: Walzen, Schmieden, Löten, Fassen und Polieren stellen unterschiedliche Anforderungen an das Material.
- Trageverhalten: Für einen täglich getragenen Ring sind andere Eigenschaften wichtig als beispielsweise für einen Anhänger.
Aus Sicht der Goldschmiede ist deshalb nicht allein die Zahl im Stempel entscheidend. Wichtig ist, welche Legierung für das jeweilige Schmuckstück und seine Beanspruchung geeignet ist.
Ist 750 Gold besser als 585 Gold?
Nicht automatisch. 750 Gold enthält mehr Feingold und besitzt damit einen höheren Goldanteil. Das bedeutet aber nicht, dass jede 750er-Legierung für jeden Einsatzzweck technisch besser geeignet wäre als jede 585er-Legierung.
Härte, Elastizität, Farbe und Verarbeitung hängen von der gesamten Zusammensetzung und vom Materialzustand ab. Zwei Goldlegierungen mit demselben Feingehalt können sich deshalb durchaus unterschiedlich verhalten.
Bei der Auswahl eines Schmuckstücks sollte der Feingehalt daher zusammen mit Legierung, Konstruktion, Oberfläche und geplanter Beanspruchung betrachtet werden.
Warum ist die Legierung bei Mokume Gane besonders wichtig?
Bei Mokume Gane werden unterschiedliche Edelmetalle beziehungsweise Legierungen dauerhaft miteinander verbunden. Die Materialwahl bestimmt dabei nicht nur die spätere Farbwirkung, sondern ist auch für die handwerkliche Verarbeitung entscheidend.
Die einzelnen Metalle müssen beim Verbinden und anschließenden Schmieden technisch miteinander harmonieren. Deshalb wählen wir die Materialkombinationen nicht allein nach ihrer Farbe aus.
Bei unseren Mokume Gane Ringen entstehen aus verschiedenen Edelmetallfarben die charakteristischen Linien und Maserungen. Gerade hier zeigt sich sehr anschaulich, dass ein Feingehalt nur einen Teil dessen beschreibt, was eine Schmucklegierung ausmacht.
Was sagt ein Stempel im Schmuckstück aus?
Eine Feingehaltszahl wie 585, 750, 925 oder 950 ist zunächst eine Materialangabe. Sie bezeichnet den Feingehalt des betreffenden Edelmetalls.
Sie sagt jedoch nichts darüber aus, wie aufwendig ein Schmuckstück gefertigt wurde, wie gut eine Fassung gearbeitet ist oder welche handwerkliche Qualität ein Ring besitzt. Ebenso lässt sich aus dem Feingehaltsstempel allein nicht die vollständige Zusammensetzung einer Legierung ablesen.
Bei älteren Schmuckstücken kommt hinzu, dass Punzen, Herstellerzeichen und weitere Stempel unterschiedlich aussehen können. Für eine sichere Materialbestimmung kann deshalb eine fachgerechte Prüfung notwendig sein.
Feingehalt und Familiengold
Besonders interessant wird das Thema bei vorhandenem Schmuck oder Familiengold. Ein alter Ring mit einer 585-Punze enthält beispielsweise rechnerisch 58,5 Prozent Gold – damit ist aber noch nicht bekannt, welche Metalle den restlichen Anteil bilden.
Das ist einer der Gründe, warum vorhandenes Gold bei einer Neuanfertigung fachlich beurteilt werden muss. Alter Schmuck ist nicht einfach nur „Gold“, sondern eine bereits vorhandene Legierung mit eigener Zusammensetzung und Vorgeschichte.
Wenn aus vorhandenem Schmuck neue Eheringe entstehen sollen, finden Sie die Möglichkeiten in unserer Kategorie Eheringe aus Familiengold und Altgold.
Feingehalte auf einen Blick
| Stempel | Bedeutung |
| 333 | 33,3 % des bezeichneten Edelmetalls |
| 585 | 58,5 % des bezeichneten Edelmetalls |
| 750 | 75,0 % des bezeichneten Edelmetalls |
| 925 | 92,5 % des bezeichneten Edelmetalls |
| 950 | 95,0 % des bezeichneten Edelmetalls |
Häufige Fragen zu Feingehalten bei Schmuck
Was bedeutet 585 auf einem Ring?
Bei einem Goldring bedeutet 585, dass die Goldlegierung zu 58,5 Prozent aus Feingold besteht. Die restlichen 41,5 Prozent bestehen aus weiteren Legierungsmetallen.
Was ist wertvoller: 585 oder 750 Gold?
Bei gleichem Gewicht enthält 750 Gold mehr Feingold als 585 Gold. Der Wert eines fertigen Schmuckstücks hängt jedoch nicht nur vom enthaltenen Edelmetall ab, sondern auch von Gestaltung, Verarbeitung, Edelsteinen und weiteren Faktoren.
Ist 750 Gold weicher als 585 Gold?
Das lässt sich nicht allein anhand des Feingehalts beantworten. Die mechanischen Eigenschaften werden von der gesamten Legierungszusammensetzung und ihrer Verarbeitung bestimmt.
Was bedeutet 925 bei einem Schmuckstück?
Bei Silber bezeichnet 925 einen Silberanteil von 92,5 Prozent. Sterlingsilber ist die bekannteste Schmucklegierung mit diesem Feingehalt.
Warum hat Platin häufig die Zahl 950?
950 Platin enthält 95 Prozent Platin. Schmuck aus Platin wird häufig mit einem sehr hohen Platinanteil gefertigt.
Sagt ein hoher Feingehalt etwas über die Qualität des Schmuckstücks aus?
Über den Edelmetallanteil ja, über die gesamte Qualität nein. Konstruktion, Legierung, Verarbeitung, Fassung, Oberfläche und handwerkliche Ausführung lassen sich aus der Feingehaltszahl nicht ablesen.
Unser Fazit aus der Goldschmiede
585, 750, 925 oder 950 sind keine Qualitätsnoten, sondern zunächst präzise Angaben zum Feingehalt eines Edelmetalls.
Für ein gutes Schmuckstück reicht es deshalb nicht, einfach die möglichst höchste Zahl auszuwählen. Entscheidend ist, dass Material, Legierung und Konstruktion zum Schmuckstück und zu seiner späteren Verwendung passen.
Genau deshalb betrachten wir in der Werkstatt nicht nur den Feingehalt. Farbe, Verarbeitbarkeit, Trageverhalten und die Kombination mit anderen Materialien sind mindestens ebenso wichtig – besonders bei individuell gefertigten Ringen und bei Mokume Gane.