Mokume Gane und Trauringe

Bei der Mokume Gane handelt es sich um eine Jahrhunderte alte Schmiedetechnik aus Japan. Entwickelt hat sie sich aus der Schmiedekunst des Schwerter schmiedens. Die weit aus bekanntere Technik des Damaststahl schmiedens, welche in unserem Kulturkreis Ihren Namen vom ersten Fundort Damaskus in Syrien trägt, brachte das verschweißen und strukturieren der Mokume Gane hervor.

Zierelemente an Griff und Griffabschluss, sowie der Schwertscheide, wurden erstmals von Denbai Shoami aus weicheren, stark kupferhaltigen Legierungen gefertigt. Da in Japan das Edelmetall Gold nur sehr selten zur finden, und daher sehr teuer war, beschränkte sich der Goldgehalt der damaligen Mokume Gane Legierungen auf ca. 4%. Die übrigen Anteile waren erstrangig Kupfer und Silber.

Auch heute noch verarbeitet der Mokume Gane Goldschmied häufig Legierungen wie Shibuichi, oder Shakudo. Nach Bemusterung der geschichteten und verschweißten Bleche lassen sich bei diesen Legierungen wundervolle Farben durch das Erzeugen einer Patina mittels verschiedener Beizen hervorrufen.

Da diese jedoch rein oberflächlich sind, können sie sich beim Tragen von zum Beispiel Trauringen sehr leicht abreiben. Aus diesem Grund sind all diese schönen Farben bei der Herstellung von Mokume Gane Trauringen nicht anwendbar. Hier haben sich die altgedienten Edelmetalle wie z.B. Gold, Silber, Platin und Palladium bestens bewährt. Natürlich können auch Weißgold Legierungen verwendet werden, was jedoch aufgrund geringeren Kontrastes zu den anderen Metallen und dem höheren Preis im Vergleich zum Palladium wenig Anwendung findet. 

Das Mokume Gane Grundmaterial für die Trauringe aus unserer Werkstatt verschweißen wir grundsätzlich selbst in temperaturkontrollierten Schweißverfahren im Brennofen. Zwischen 10 und 15 Stunden, je nach Materialkomposition, verbleiben dabei die geschichteten und eingespannten Edelmetallschichten im Ofen. Ohne jedes Lot, oder weitere Verbindungmittel, geschieht dabei ein sogenannter Sinterprozess, bei dem die Atome an den Grenzen zum jeweiligen Nachbarblech beginnen sich zu vermengen. Dies geschieht im 1/1000 Millimeterbereich. Jede kleine Verunreinigung, oder Fingerabdruck, der sich zwischen den Blechen befindet stört dabei diesen Sinterprozess und lässt den Mokume Gane Barren unbrauchbar werden. Dies kann dann nur noch chemisch in einer Scheideanstalt wieder aufgeschlüsselt werden. 

Ist die Verschweißung gelungen und der Barren wieder abgekühlt, beginnt die eigentliche Herstellung der Mokume Gane Trauringe. Zunächst wird hierbei der Mokume Gane Barren, durch Schmieden und Walzen auf die passende Länge und den passenden Querschnitt gebracht. In regelmäßigen Abständen muß dabei das Material durch glühen entspannt werden. Bei diesem sogenannten Rekristallisationsglühen, richten sich die teilweise aufgebrochenen Atomstrukturen wieder neu aus. Das Edelmetall hat wieder seine geschmeidigen Eigenschaften und kann weiter umgeformt werden. Einmal zu spät geglüht, reißt das Material auch sichtbar ein, oder lösen sich Verschweißungen, was den Mokume Gane Barren unbrauchbar macht. 

Hat das Material die richtige Länge beginnt dann das Spleißverfahren. Hierfür werden in den Strang Schlitze gesägt, welche dann mittels kleinen Meißeln und später einem Stahldorn zu runden Ringen aufgedehnt werden. Dies ist die einzige Methode, mit der Mokume Gane Trauringe ohne Musterunterbrechung und unschöner Naht gefertigt werden können. Diese Nahtlostechnik verwenden bei weitem nicht alle Mokume Schaffenden, da sie sehr zeit- und materialaufwendig ist, sowie viel Feingehühl und Übung fordert. 

Umso schöner zeigt sich jedoch das Ergebnis. Die Symbolkraft der Endlosigkeit.

 

 

 

 

 

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